|
|
|
|
|
|
|
Das menschliche Gehirn ist ein komplexes und erstaunliches Gebilde:
Es wiegt nur 1,4 Kilogramm und hat auf einer größeren Handfläche Platz.
Es hat rund 100 Milliarden Nervenzellen. Jede Nervenzelle der Großhirnrinde
ist mit bis zu 10.000 anderen Nervenzellen verbunden. Wenn wir ein Gehirnstück
in der Größe eines Streichholzkopfes nehmen, finden wir dort über eine
Milliarde Verknüpfungen vor. Daher braucht unser Gehirn auch viel Energie,
bis zu 20% des Gesamtenergiebedarfes des Körpers wird vom Gehirn verbraucht.
Das Gehirn ist unheimlich leistungs- und anpassungsfähig.
|
|
Das Gehirn steuert alle Aktivitäten des Menschen und funktioniert in einem
komplexen Zusammenspiel vieler Faktoren.
Dieser Komplexität ist man sich nicht bewusst – solange das Zusammenspiel
reibungslos funktioniert
|
|
|
|
Gedächtnis und andere Leistungsbereiche des Gehirns
Gedächtnis ist nicht gleich
Gehirn - auch wenn das im normalen Sprachgebrauch oft so verwendet wird.
Der klassische Fall: Sie wissen nicht mehr, wo Sie Ihren Schlüssel
oder Ihre Brille hingelegt haben:
Hat Sie Ihr Gedächtnis im Stich gelassen?
Könnte sein. Aber nur,
wenn Sie sich überhaupt jemals gemerkt haben, wo der Schlüssel liegt.
Wenn Sie aber einfach den Schlüssel gedankenlos abgelegt haben . Dann
ist nicht das Gedächtnis „schuld“ – sondern die Aufmerksamkeit.
|
|
Gedächtnis ist also nur ein Teilbereich, der zwar sehr wichtig ist, aber
ohne Zusammenarbeit mit den anderen Leistungen nicht funktionieren würde.
Zu diesen anderen Leistungen zählen:
• Aufmerksamkeit und Konzentration
• Sprache
• Denken
• Gedächtnis
• Wahrnehmung und Informationsverarbeitung
|
|
| |
|
|
|
|
Die Aufmerksamkeit ist eine wesentliche Hirnleistung, die in vielen Bereichen
des Lebens eine große Rolle spielt. Man
unterscheidet verschiedene Arten von Aufmerksamkeit:
Die Daueraufmerksamkeit, zum Beispiel
bei lang dauernden Autobahnfahrten.
Die geteilte Aufmerksamkeit, die eine Verteilung der Aufmerksamkeit auf
parallel stattfindende Tätigkeiten (Autofahren und Reden) oder einen schnellen
Wechsel zwischen zwei Tätigkeiten verlangt.
Die selektive Aufmerksamkeit fokussiert auf eine bestimmte Tätigkeit und
blendet störende Reize aus.
Seitenanfang
|
Die Aufmerksamkeit hat auch eine Filterfunktion für Informationen:
Themen, für die man sich interessiert, fallen einem überall auf, während
andere Dinge nicht wahrgenommen werden.
So zieht ein kleiner Artikel über das eigene Hobby in einer Zeitung wohl
mehr Aufmerksamkeit auf sich, als die womöglich mehrere Seiten einnehmende
Berichterstattung eines aktuellen Ereignisses.
|
|
Sprache
Sprache ist eine der Fähigkeiten,
die den Menschen und seine individuelle Persönlichkeit ausmachen.
|
|
|
|
|
Menschen, die sich sprachlich gut ausdrücken, die sprachlich gewandt sind,
sind überdurchschnittlich erfolgreich und werden oft bewundert
In fast allen Lebensbereichen sind die sprachlichen Fähigkeiten von Bedeutung.
Die Verständigung erfolgt primär über die sprachlichen Fähigkeiten, vom
einfachen Zuruf bis hin zum detaillierten Informationsaustausch, beim
Herstellen von Kontakten, beim Diskutieren, Überreden und Überzeugen.
|
|
Überall gibt es Anweisungen und Auskünfte, sehr häufig auch schriftlich,
zum Beispiel aus einer Bedienungsanleitung.
|
|
|
Lesen und Schreiben gehören zu den so genannten Kulturtechniken, die wir
im Kindesalter erlernen und die uns unser Leben begleiten. Einzelne Fähigkeiten
sind Wortschatz, Sprachgefühl und Sprachverständnis für mündliche Äußerungen,
Ausdrucksvermögen, Lesefertigkeit, Textverständnis und das schriftliches
Ausdrucksvermögen.
Der Wortschatz
eines Menschen gibt Hinweise auf das allgemeine intellektuelle Leistungsvermögen.

Seitenanfang
|
|
Die Wortflüssigkeit ist ebenfalls ein wichtiges Kriterium
zur Beurteilung der sprachlichen Leistungen. Getestet werden kann die
Wortflüssigkeit ganz einfach: in einer bestimmten Zeit müssen so viele
Wörter wie möglich genannt werden, die einer bestimmten Kategorie zugehören
– zum Beispiel Tiere, oder Worte mit dem Anfangsbuchstaben S. Eine
Störung im Bereich der Sprache ist bei krankhaften Beeinträchtigungen
oft eines der ersten Symptome, man sollte bei entsprechenden Anzeichen
eine Abklärung durchführen lassen.
|
|
Denken
Der Mensch denkt immer, andauernd
und ausdauernd.Das funktioniert automatisch, „ohne nachzudenken“.
|
|
|
|
|
Denken findet bei jeder Wahrnehmung statt, bei jeder Bewegung, die wir
ausführen, bei jedem Wort, das wir sagen. Bewusst wird uns das Denken
dann, wenn wir ein bestimmtes Problem zu lösen haben:

|
|
Wie schaffe ich es, alle meine Vorhaben noch am Vormittag zu erledigen?
Wo kaufe ich die Karten für den Karneval?
Denken ganz allgemein bedeutet:
Informationen verarbeiten, Ordnungen herstellen und darau neue Informationen
gewinnen.
|
|
|
Denken besteht auch wiederum aus mehreren Teilbereichen:
Logische
Denkfähigkeit:
Oft sagen wir, „ja, das ist logisch“.
Damit meinen wir: etwas ist klar, offensichtlich oder auch vernünftig.
Der griechischen Philosoph Aristoteles hat die Logik als "Wissenschaft
vom richtigen Schließen" begründet, als Lehre von den Prinzipien und Normen
des richtigen, schlüssigen Denkens und Beweisführens. Logisch
richtig ist, wenn wahre Voraussetzungen zu einem wahren Schluss führen.
Wenn eine oder mehrere Voraussetzungen falsch sind, kann der Schluss einer
gültigen Beweisführung trotzdem falsch sein.
|
|
Dazu ein Beispiel:
Man könnte sagen: Alle Säugetiere sind Vierfüßer und alle Menschen
sind Säugetiere.
Daher sind alle Menschen Vierfüßer.
Die Beweisführung wurde gut durchgeführt. Da aber nicht alle Säugetiere
Vierfüßer sind (eben die Menschen nicht) kommt man trotzdem zu einem falschen
Ergebnis.
|
|
Strategie
Mit einem Bruchteil der Kräfte an der wichtigsten Aufgabe oder
Stelle zu arbeiten, bringt mehr als mit aller Kraft die falschen Aufgaben
zu lösen. Strategie ist die Fähigkeit, zur rechten Zeit die richtigen
Dinge zu tun. Für den Erfolg ist sie oft bedeutender als alle Methoden
zusammen.
|
|
In komplexen Situationen macht unser Gehirn oft Fehler:
Wir beschäftigen uns mit dem ärgerlichen Knoten und sehen das Netz nicht.
Wir berücksichtigen nicht, dass man in einem System nicht eine Größe allein
modifizieren kann, ohne damit gleichzeitig alle anderen zu beeinflussen.
|
|
|
Planung
Ist die Fähigkeit Handlungen in ihrer Abfolge richtig vorzubereiten.
Das umfasst die Festlegung der zu planenden Tätigkeit und des Zieles,
die Auflistung der einzelnen Schritte sowie der Mittel die für die Durchführung
benötigt werden.
|
|
Planung für eine Abendeinladung:
Was wird gekocht? Was muss man dafür einkaufen, wie wird das Essen zubereitet,
wie muss der Tisch gedeckt werden, welche Getränke braucht man dazu, wann
beginnt man mit dem Kochen.
|
|
|
Kreatives Denken
Kreatives Denken bezeichnet die Fähigkeit Ideen und Lösungsmöglichkeiten
für offene Probleme zu finden. Im Verlauf des kreativen Denkprozesses
existieren mehrere Phasen:
In der Phase der Vorbereitung wird das Problem bewusst, Wissen wird gesammelt,
eine intensive Auseinandersetzung mit dem Problem findet statt.
In der "schöpferischen Phase" arbeitet unser Gehirn an dem Problem, auch
ohne dass uns dies bewusst werden muss, die Lösung wird ausgebrütet.
|
|
Die Phase der „Erleuchtung“ bringt den Denkprozess zur Lösung, dies ist
der plötzliche Einfall, das "Aha-Erlebnis". In der Phase der Verifikation
wird die Brauchbarkeit der Lösung kritisch beurteilt.
Erfreulich ist:
Auch kreatives Denken lässt sich trainieren und damit verbessern.
|
|
|
Problemlösen
Für erfolgreiches Problemlösen sind mehrere Schritte notwendig.
Zunächst muss das Problem analysiert und das Ziel definiert werden.
Der nächste Schritt ist die Festlegung einer Strategie und eines Aktionsplanes.
Ist ein Ziel schwierig zu erreichen, müssen unmittelbare, kleinere Ziele
definiert werden, um den Fortschritt einfacher zu machen. Gleichzeitig
müssen die zur Verfügung stehenden Mittel geplant und richtig eingeschätzt
werden. Mögliche und tatsächliche Hindernisse müssen berücksichtigt werden.
Von mehreren möglichen Lösungen muss schließlich die richtige gewählt
werden.
|
|
Wie löst man Probleme:
Durch die korrekte Anwendung bereits bekannter Lösungsstrategien, das
nennt man reproduktives Denken. Oder durch produktives Denken, in diesem
Fall gibt es keine Lösungsstrategien, man muss neue, bislang unbekannte
Wege beschreiten, mit Hypothesen und Annäherungen arbeiten.
|
|
Gedächtnis
Gehirn ist also
nicht gleich Gedächtnis. Das haben wir uns bereits gemerkt.
|
|
|
|
|
Es wird aber noch komplizierter. Auch Gedächtnis ist nicht gleich Gedächtnis.
Denn es gibt viele
verschiedene Arten von Gedächtnis.
Die wichtigsten sind hier kurz genannt:Nach
der Dauer der Informationsspeicherung unterscheiden wir:
|
|
|
|
Das Ultrakurzzeitgedächtnis
speichert Informationen einige Millisekunden lang, bevor die Informationen
in das Kurzzeitgedächtnis kommen.
Das Kurzzeitgedächtnis
speichert Informationen bis zu einer Minute lang.
Die Gedächtnisspanne ist als die Informationsmenge definiert, die wir
uns ohne besondere Anstrengung und für einen kurzen Zeitraum merken
können.
Normalerweise kann das Kurzzeitgedächtnis
7 Einzelinformationen gleichzeitig aufnehmen. Zum Beispiel eine Telefonnummer.
Diese Einzelinformationen bezeichnet
man "Chunks".
Chunks können einzelne Zahlen oder Wörter oder sogar Sätze sein, wenn
man mehrere Elemente zu einer einzelnen Bedeutung zusammenfasst.
|
|
Um dies noch einmal zu verdeutlichen: Man kann sich 7 relativ einfache
Wörter genauso gut merken wie sieben Buchstaben, also
groß Hund Hütte bellen Katze jagen schwarz
Diese sieben Wörter kann man auch zu einem Satz zusammenfassen und hat
dann wieder einen Chunk.
Das geht natürlich nicht unendlich so weiter, man kann sich nicht sieben
Sätze, sieben Geschichten und sieben Bücher merken - schön wär's.
Ein wichtiger Teilbereich des Kurzzeitgedächtnisses ist das Arbeitsgedächtnis.
Neue Informationen werden aufgenommen und mit bestehenden Informationen
verknüpft und in Beziehung gesetzt.
Wenn das Arbeitsgedächtnis nicht funktioniert, kann man keine Probleme
lösen und nicht planen, mit einem eben gelesenen Satz könnte man nichts
anfangen, jeder Text würde unverständlich.
|
|
|
Das Langzeitgedächtnis
speichert vertiefte Informationen. Grundsätzlich ist das Langzeitgedächtnis
ein unbegrenzter Speicher, das betrifft die Menge an Informationen und
auch die Dauer der Speicherung.
Das Altgedächtnis bezeichnet sehr lange zurückliegende Information
|
|
|
|
|
Nach der Art der Information unterscheidet man:
Episodisches Gedächtnis.
Es enthält Erinnerungen an Ereignisse des eigenen Lebenslaufs.
Der erste Kuss, die Heirat, die Geburt der Kinder, der letzte Skiurlaub,
ein Termin beim Zahnarzt. Zu diesen Ereignissen hat man einen örtlichen
und zeitlichen Bezug.
|
|
Semantische Gedächtnis. Es wird
als Allgemeinwissen oder Faktenwissen bezeichnet, es ist sozusagen das
persönliche Lexikon jedes einzelnen.
Die Haupstadt von Frankreich?
Wer war Alfred Nobel? Wie funktioniert ein Motor? Die Bedeutung des Wortes
Klaustrophobie?
Informationen bewusst abrufen.
|
|
|
Prozedurales Gedächtnis. Es speichert
erlernte Fertigkeiten ab, sowohl Bewegungen als auch kognitive Fähigkeiten.
Ein Instrument spielen, Radfahren oder Tennisspielen - man sagt auch,
dass man diese Dinge nicht verlernt, bestenfalls ein bisschen außer Übung
kommen kann.
|
|
Informationen kann man besser speichern:
• wenn neue Informationen mit bereits
gespeicherten Informationen verknüpft werden können.
• wenn man echtes Interesse an den Informationen
oder noch besser emotionalen Bezug dazu hat.
• wenn man über den Inhalt nachdenkt und ihn in
Beziehung zu bereits Bekanntem setzt.
• wenn man sich auf besonders wichtige, entscheidende
Elemente konzentriert.
• wenn man in Kategorien und Mustern denkt.
|
|
|
Wenn das Gedächtnis nachlässt
Es gibt viele verschiedene Ursachen für eine Verminderung der Gedächtnisleistung.
Der häufigste Grund ist ein vermeidbarer: Stress.
Wer andauernd zu viele Eindrücke aufnehmen und speichern muss, der ist
anfälliger dafür, Einiges davon zu vergessen.
Eine andere Ursache für das Vergessen kann man hingegen nicht beeinflussen
- das Alter. Natürlicherweise wird ein Teil des Gedächtnisses im Alter
schlechter.
|
|
Großteils kann man altersbedingte Einbußen durch Training und die Anwendung
von Merkstrategien ausgleichen.Vergesslichkeit und Konzentrationsschwäche
sind Zustände, die jeder kennt. Im Alltag ist es ganz normal, dass man
unwichtige Dinge schnell vergisst. Das ist auch gut so.
In Bruchteilen von Sekunden entscheidet das Gehirn zwischen "wichtigen
und unwichtigen" Informationen. Würde der Mensch alles, was im Laufe eines
Tages auf ihn einströmt und wahrnimmt auch merken müssen, würde er in
einem Chaos von Informationen förmlich "ertrinken". Vergessen ist also
auch ein Überbelastungsschutz des Gehirns.
|
|
|
Weitere Gründe für verminderte geistige Leistungsfähigkeit
Auch Drogen, Medikamente
und Alkohol können unsere Speicher- und Erinnerungsfähigkeiten angreifen.
Wenn die Drogen keine Schäden im Gehirn angerichtet haben, etwa durch
jahrelangen Missbrauch, dann kann sich das Gedächtnis allerdings nach
dem Absetzen der Drogen wieder verbessern.
Seitenanfang
|
|
Auch unsere Ernährungsgewohnheiten
beeinflussen das Gedächtnis. Vor allem Mangelernährung kann das Gedächtnis
verschlechtern.
Sicher ist, dass sich Depressionen
ebenfalls auf unser Gedächtnis auswirken. Man nimmt an, dass sie die Gedächtnisleistungen
auf ähnliche Weise mindern wie Stress. Auch Nervosität
und die Sorge um ein schlechtes Gedächtnis scheinen zum Vergessen zu führen.
|
|
|
Wahrnehmung und Informationsverarbeitung
Wahrnehmung ist ein komplexer Prozess
der Informationsverarbeitung
|
|
|
|
Der Mensch verfügt über neun Sinne:
Die ersten fünf Sinne lassen sich einfach aufzählen:
Sehen, Hören, Riechen,
Schmecken und Tasten
Dann gibt´s
aber noch 4 weitere:
Temperatursinn, Haltungssinn, Schmerzsinn
und das Empfinden von Hunger und Durst.
Die Aufgabe der Sinne ist es, physikalische Reize aufzunehmen.
|
|
Wenn diese Reize geistig weiter verarbeitet werden spricht man von Wahrnehmung,
zum Beispiel wenn Töne zu Melodien verknüpft werden.
Wenn man die wahrgenommenen Objekte mit Gedächtnisinhalten verknüpft, kann
man sie auch identifizieren und bezeichnen, zum Beispiel ein bestimmtes
Lied.
|
|
Als Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung bezeichnet
man die Menge an Dateneinheiten, die ein Lebewesen pro Zeiteinheit mit
seinen Sinnesorganen aufnehmen und in seinem Gehirn verarbeiten kann.
Als Beispiel für die
Funktionsweise der Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung analysieren
wir einen kleinen Test:
Wie setzt man die folgende Zahlenreihe fort?
3 4 6 9 13 18 24 ...
|
|
Welche Schritte sind dabei zu machen:
1 Zuerst muss man die Zahlen erkennen.
2 Dann sind zwei benachbarte Zahlen im Kopf zu behalten, und es ist die
Differenz zwischen ihnen festzustellen.
3 Anschließend muss man die nächste Zahl wahrnehmen, die Differenz zur
vorigen bilden und mit der vorher ermittelten Differenz vergleichen.
Da alle diese Schritte eine Anzahl von Sekunden dauert, kann man die Geschwindigkeit
der Informationsverarbeitung so zerlegt einfach messen.
|
|
|
Man kann die Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung auch als Reaktionszeit
messen, wenn man zwischen einfachen Handlungsalternativen wählen muss.
|
|
Da über memofit besonders die visuellen und auditiven Fähigkeiten trainiert
werden können, sind diese noch mit etwas mehr Details dargestellt.
|
|
|
Die Visuelle Wahrnehmung ist die Fähigkeit visuelle Reize
zu erkennen, zu unterscheiden und sie durch frühere Erfahrungen und Assoziationen
zu integrieren.
Die Fähigkeit klar umrissene Gegenstände innerhalb eines einfach strukturierten
visuellen Wahrnehmungsfeldes rasch aufzufinden und zu unterscheiden bezeichnet
man als Wahrnehmungsgeschwindigkeit.
|
|
Mit der visuellen Wahrnehmung hängen folgende Bereiche zusammen:
Visuomotorik nennt
man die Fähigkeit das Sehen mit den Bewegungen
des Körpers oder Teilen des Körpers zu koordinieren,
z.B. nach einem Gegenstand greifen. |
|
|
Bei der Figur - Grundwahrnehmung
werden visuelle Reize auf die wichtigsten Merkmale selektiert. Die gewählten
Reize bilden dabei die Figur. Die anderen Reize treten zurück und bilden
den Grund.
Als Beispiel wird bei einer Ampel primär die Farbe wahrgenommen, die Form
der Ampel bildet den Grund.
|
|
Die Wahrnehmungskonstanz ist die Fähigkeit Gegenstände
unabhängig von Größe, Lage, Helligkeit, Farbe wieder zu erkennen. So bleiben
Flaschen jeglicher Farbe oder Form immer Flaschen.
|
|
|
Die Raum-Lage-Wahrnehmung ist die Wahrnehmung des Gegenstandes
in Beziehung zur wahrnehmenden Person, zum Beispiel die Entfernung zwischen
sich und einem Gegenstand einschätzen.
|
|
Räumliche Beziehung ist die Fähigkeit, die Lage von zwei oder
mehr Gegenständen in Bezug zu sich selbst und zueinander wahrzunehmen,
zum Beispiel zu erkennen, ob etwas auf oder unter dem Tisch ist.
|
|
|
Räumliches Orientierungsvermögen
ist die Fähigkeit, mit der eine Person bei ihrer Bewegung im Raum den
Weg zum jeweiligen Ziel zu finden vermag.
Dazu muss man seinen eigenen Standort in Bezug auf die Gegenstände der
räumlichen Umgebung erkennen; diese Positionsbestimmung während der eigenen
Bewegung fortlaufend aktualisieren; eine Vorstellung von der Gesamtstrecke
als einer Folge aneinander grenzender Abschnitte bilden, eine Vorstellung
von der Gesamtstrecke aus der Vogelperspektive bilden, z.B. um Hindernisse
umgehen oder Abkürzungen einschlagen zu können.
|
|
Das visuelle Gedächtnis
ist die Fähigkeit simultane visuelle Reize, als auch sukzessive visuelle
Reize zu behalten, das heißt als eine Reihenfolge zu merken.
Die Gestaltschluss – Wahrnehmung bezeichnet die die Fähigkeit aus Teilen
Gesamtgestalt zusammensetzen zu können.
|
|
|
Die auditive Wahrnehmung ist die Fähigkeit, akustische
Ereignisse zu erkennen und in ihrer Bedeutung zu erfassen.
|
|
Als auditive Aufmerksamkeit bezeichnet man die Bereitschaft,
akustische Reize aufzunehmen und sich darauf zu konzentrieren.
Interessant ist, dass die auditive Wahrnehmung wesentlich höhere Konzentration
erfordert als die visuelle Wahrnehmung.
|
|
|
Die auditive Figur-Grund-Wahrnehmung ist
das bewusste Erkennen eines bestimmten Geräusches aus einer Fülle von
akustischen Reizen.
|
|
Auditive Lokalisation wird in Richtungshören und Entfernungshören
unterteilt und bezeichnet die räumliche Einordnung eines Geräusches oder
einer Stimme.
|
|
|
Bei der auditiven Diskriminierung geht es darum Ähnlichkeiten
und Unterschiede zwischen Lauten und Tönen zu erkennen.
Die auditive Serialität ist die
Fähigkeit, auditive Reize in ihrer Reihenfolge wahrzunehmen und zu erkennen.
Seitenanfang
|
|
Auditive Merkfähigkeit und auditives Gedächtnis bezeichnen die
Fähigkeit Gehörtes zu speichern und dann auch wieder zu erkennen.
Verstehen des Sinnbezuges und auditive Gliederung umfassen das Verstehen
und inhaltliche Zuordnen des Gehörten.
|
|